@charlotte_schreibt – Das jungfräuliche Weiß (11)

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„Ich bin Jolanta, oder kürzer: Jola!“ stellt sich die Türöffnerin vor. „Kommen Sie rein.“ Das braucht sie nicht zweimal zu sagen. Mit acht hastigen Schritten stehe ich mit der Nase davor: Wow! Neutraler Duft. Boa! Kein vermoderter Geruch, den ich erwartet habe. Frisch und rein. Ich fasse das ersteigerte Wunder an und erfühle den tollen Stoff. Wie neu, frohlocke ich. Wie unberührt!

„Ist neu!“ sagt Jola, als könne sie meine Gedanken lesen. „Möchten Sie was trinken?“ fragt sie mich. „Ja gerne, aber wie wäre es mit „Duzen“ ? frage ich im Gegenzug, während meine Augäpfel am eleganten Dekolltee des Kleides haften bleiben.

Wenig später halte ich ein Piccolo in der Hand. Perfekt, wie in einem Tütüüüü-Laden für stilsichere Frauenzimmer! Meine Gastgeberin scheint es nicht eilig zu haben. Ich setze mich auf die giftgrüne Couch, versinke dabei tief in die durch gesessene Mulde der letzten Jahrzehnte. Jola mustert mich, spüre ich. Es ist nicht unangenehm, aber es fällt mir auf, also werfe ich einen neugieren Blick zurück. Mindestens zwei Minuten Schweigen, bis ich mich traue zu fragen: „Jola! Warum ist dieses Kleid …ähem…noch so neu?“

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