@gedaechtniscafe: Ist das noch meine Playlist?

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Melodie und Text im Wandel: Liegt es am Jahrzehnt, am Zeitgeist, am gesellschaftlichen Veränderungsdrang, die neue Sicht auf uns Menschen oder einfach nur an mir ? Erlebe ich mit Ü50 eine neue Musikfindungsphase ?

Wie jeden Freitag wundere ich mich: Was sind das für menschenfeindliche Zeilen und harte Wortfetzen, die da als Download aufblitzen? Um zu provozieren oder um nur ganz plump Geld zu verdienen? Was stimmt mit diesen so genannten Künstlern nicht? Darf ich diese Leute wirklich der Kunst zuordnen? Ja, Meinungs-, Künstler- und Textfreiheit!

Alles wichtig und nicht verhandelbar. Doch auf welche Kosten geht so ein für die Öffentlichkeit produziertes „Rapper-Mother fuck“ und „Ghetto-hey, du Nutte, bring uns Steak“? Ich höre die erste Sekunden rein, die Melodie geht gerade für meine Ohren noch so, aber dann ploppen die verachtenden Kraftausdrücke aus den ohnehin verstummelten Sätzen hervor.

Leute, schämt Euch einfach. Mal von der miserablen Verwendung unserer heimischen Sprache abgesehen ist es noch fragwürdiger, wer so was bis zum Ende hört und dieses Gedankengut in sich vernestelt und dann an andere multipliziert? So ein Song, gerade mal 2:47 Minuten lang, ist ein gefährlicher Influencer für junge Ohren, die von der Welt noch nicht viel wissen. Aber dann glauben die Hirngespinste, alles zu wissen. Klar, ein alter Hut der Generationen. Es ist aus meiner Sicht keine Modeerscheinung mehr, die man einfach nur aussitzen muss. Dafür ist es zu spät, denn so was wie „Crack, grüne Knollen und ach ja: ich f…. diese Bitches…“ pflanzen sich unheimlich ins Langzeitgedächtnis fort und werden als Folge nur noch selbstverständlich im tagtäglichen Umgang benutzt.

Es ist nicht nur ein Song, sondern eine ganze überrollende Flut auf dem Download-Markt. Es ist also hipp, wenn Frauen in Texten stigmatisiert werden? Das ist wirklich unser musikalischer Zeitgeist? Musik beeinflusst alle Sinne und daher alle Bereiche unseres Alltags.

Ich finde die werte-auffressenden Texte und das Geschäft rund um die verbale Entgleisung respsektive zunehmende Verachtung gegenüber einen Teil unserer Gesellschaft diskussionswürdig. Sobald ich beim Reinhören einiger Song-Vorschläge schon „Xfeatering bla bla Kauderwelsch“ lese und dem Genre „HipHop/Rap“ zugeordnet sehe, geraten meine fünf Sinne durcheinander. Ist das die rohe Zukunft? Oder gibt es Hoffnung?

Wie tröstend für mich, dass es noch ein paar Metaller, Rocker, RnBer, Jazzer und Souler gibt, die hier und da das heutige, reduzierte Gewürge der ansonsten so heimischen Sprachvielfalt aufmischen. Ach ja, und die Ecke Dance/Pop, die mich hin und wieder in die gute alte „Techno/House“-Ära zurücktransformiert, existiert ebenfalls noch. Alles doch nicht so dunkel, wie ich mir das ausmale.

Natürlich muss nicht permanent heile Welt vorgegaukelt werden wie in manchem Schlagergarten, aber da stimmt – meistens wenigstens – die Grammatik und das Werteempfinden, das man gleichermaßen auch Verantwortung gegenüber dem Nächsten nennen kann.

Am Ende einer jeder Musiknote ist es doch so, dass ich dem Alter entsprechend, mich empöre und die „Vergangenheit“ retten will. Kann ich aber nicht. Eines kann ich jedoch bewirken: mich nicht fremdbestimmen zu lassen und stattdessen die eigene werte-konforme Playlist erstellen. Hier und da gibt es noch ein Highlight für meine Ego-Akustik, wenn auch rarer vertreten als mir lieb ist.

Hört was Ihr wollt, das ist zumindest die gute Nachricht. Es lebe das Ausleben und Erweitern oder Verkürzen der Sprachschätze! 😉

Eure Frau Buecken von @sinntaegliches

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