Home Office: Wer bin ich eigentlich? (2)

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Home nicht mehr ohne Office

Alles technisch, organisatorisch und raumatmosphärisch eingerichtet (genügend Licht und ausreichend Platz für die Kaffeetasse ?), die Ergonomie im Experimentiermodus und entgegen aller Befürchtungen, die sich am ersten Tag aufdrängten und meilenweit weg vom Gewohntem, hatte der Arbeitstag aus produktiver Sicht keine nennenswerten Abweichungen. Zumindest bei mir nicht, was die Auswertung im Nachhinein offenbarte. Aber natürlich war alles anders. Das Arbeitszimmer war nicht mehr „mein Arbeitszimmer“. Erst mal die Heizung volle Pulle aufgedreht, denn im März war es noch arschkalt.

Erst mal gleich, aber eben anders.

Für jeden Kollegen, der von nun an von zu Hause arbeitete, galten dieselben, nachvollziehbaren Regeln: Sei sichtbar über Skype, erreichbar über Handy (später auch über Headset) und bleibe auf dem Laufenden per Mail. Arbeite so, als seist du im Büro, vielleicht noch ein bisschen besser. Sofern Wlan mitspielte und einen nicht unvermittelt rauskickte.

Die zentrale Frage ist: War der Kollege, der ins HO geschickt wurde, überhaupt home-office-tauglich? Ich dachte über den Typus nach. Wo ließ ich mich einordnen? Was war meine eigene Einschätzung?

Wer bin ich?

Typ 1: Der Freiheitsadapter (all genders) – Ein Typus, der es mit der Freiheit richtig ernst meint und nach Monaten der Verstellung seinen Freiraum anpasst. Home Office mit neuen Entfaltungsmöglichkeiten. Das Zirkeltraining im Sweater von Schreibtisch über Kühlschrank weiter zur Waschmaschine bis hin zum Wäscheständer und zurück zum Startpunkt wird häufiger und intensiver umgesetzt. Fest im Glauben, „das bisschen Haushalt“ ungesehen in die Produktivität mit einzurechnen zu können.

Typ 1: Motivation als Variable – Rückrufgefahr!

Typ 2.: Der Fokussierte (all genders* – Ein Arbeitstyp, der nicht durch kluge Sprüche, markige E-Mails oder überflüssigen Content glänzt, sondern durch pure nachweisbare Arbeitsleistung. Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten schlummert seit langem bereits, aber nun ist der Weg frei für die völlige Enthemmung: Dieser Typus rockt plötzlich alles weg, was vorher eingeschränkt möglich gewesen ist. Nicht abgelenkt, dafür ungestört und fokussiert. Die persönlichen Zeiger der KPI´s schlagen aus. Sicherlich home-office-tauglich.

Typ 2: Motivation als feste Größe – alles im Griff!

Typ 3: Der Kreative (all genders*) – Im Büro, im Atelier, im Seminarraum kreativ, zu Hause erst recht. Er lebt wahrlich nicht unter einem Stein und meistert jede Situation flexibel mit Einfallsreichtum und Dynamik. Genauso gern optimiert er Prozesse und Konzepte mit Ideen und Vorschlägen. Sichtbarkeit ist für diesen Typ das wichtigste Mittel, um im Home Office nicht „lost“ zu sein, Da kann es vorkommen, dass alles andere ein bisschen in den Hintergrund rückt. Er nutzt jede digitale Chance, um auf sich und auf seine Leistung, seine Kunst oder sein Wissen aufmerksam zu machen. Umgang mit allen technischen und digitalen Raffinessen kinderleicht und Social Media als ideales Werkzeug. Im Home Office bestens aufgehoben.

Typ 3: Motivation höchstes Level – Her mit der digitalen Zukunft

Typ 4: Der Pflichtbewusste (all genders*) – Im Home Office sitzt dieser Typus nur, weil er muss. Auserkoren mit anderen Kollegen, um z. B. die Anzahl der Angestellten im Großraumbüro zu minimieren. Er macht seine Arbeit weiterhin gewissenhaft, kein Zweifel. Pflichtbewusst fügt er sich der stetig wandelnden Situation. Er vermisst vom ersten Tag an die sozialen Kontakte und die kollegialen Umarmungen und Begrüßungsrituale in „echt“, die ihn zwischendurch aufgepäppelt haben. Dagegen die Stille und die Starre der eigenen Möbel frustrieren ihn, Tendenz steigend. Home ohne Office ist sein Zuhause, Home mit Office eine Gruft. Der abrupte Übergang von der Arbeit in die Freizeit – ähnlich wie „Beamen“ – verwirrt ihn. Er wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr in den externen Raum.

Typ 4. Motivation – wat mutt dat mutt!

Diese vier Typen lassen sich natürlich nicht eindeutig wie Schubladen voneinander trennen. Mischtypen entsprechen mehr der Realität. Und wer bin ich? Von allem also ein bisschen? Sicherlich wird es den meisten Berufstätigen so ergehen, die sich im letzten Jahr umorientieren mussten oder wollten. Im März 2020 hatte ich nur eine klitzekleine Ahnung, in welches HO-Muster ich passte. Eines jedoch wusste ich bereits ich vorher: Ich fühlte wie in Teil 1 beschreiben mich auf eine merkwürdige Art erleichtert. Wer denkt, noch einen weiteren, spannenden Typus in den letzten Monaten entdeckt zu haben, kann mir gerne schreiben. Vielleicht der* Exotische? Der Ausgegrenzte? Der Krieger ? Der Hippie? Eine unbekannte Spezie?

Fortsetzung folgt // Frau Buecken

*Angabe der Gendervielfalt ist gegeben/ Seid nachsichtig, sobald ich im Text aus Vereinfachungsgründen oft mit „er“ oder „der“ fortfahre

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