Home Office – Selfservice auf der Robinson-Insel (4)

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Ich habe mich nach meinen eigenen Wünschen eingerichtet, nachdem ich gestrandet bin.

Ich bin der Typus HO-Mitarbeiterin, die man gerne einen Selbstläufer nennt. Oder Selbstläuferin. Oh nein, ich meine natürlich „eine Selbstlaufende“ (!). Ich benötige nur hin und wieder von außen gesteuerte Motivationskicks. Wie auf der Robinson-Insel (von Daniel Defoe gefamed) ist Freitag ebenfalls mein bester Freund, aber bis dahin motiviere ich mich selbst, beinahe automatisch. Die intrinsische (aus eigenem Antrieb) Motivation ist bei jedem von Geburt eingebaut: Leben, atmen, essen, fortentwickeln, wachsen. Das geschieht wie von selbst. Aber in späteren Lebensabschnitten immer neugierig auf Neues zu bleiben, ist dann eine wahre Kunst, die geübt werden sollte, falls sich das Installationsprogramm sich nicht ständig aktualisiert. Du kannst es jedoch ohne Weiteres selbst überschreiben.

Hier ein paar Hacks, die helfen können, die Laune auf der Robinson-Insel (mein Arbeitszimmer) hochzuhalten.

1. Anfang: Mach dir bewusst, wie gut du bist. Du kannst das und meisterst alle inhaltlichen und technischen Herausforderungen. Die Anschlüsse sitzen wie angegossen, schnelle WLAN-Verbindung hast du auch, alle Programme und Anwendungen ja sind an Ort und Stelle und tun´s sogar! Hier halte die Affirmation für dich persönlich fest: Ich hab das hinbekommen. Morgen und übermorgen ebenso! Bete es rauf und runter.

2. Mit einem schönen Hintergrundbild wirst du öfters lächeln. Lächle auch, wenn du gar nicht lächeln magst. Das kommt im Gehirn deutlich als positive Botschaft an, setzt Endorphine frei und befördert dich sofort auf die Blumenwiese. Das Immunsystem sammelt Punkte und sagt danke!

3. Die Lieblingsmucke hält dich aufrecht und kann dich sogar beflügeln. Dance für mehr Schwung und Smooth-Klassik für den Stressabbau.

4. Plane regelmäßig Pausen ein. Wer selbstständig ist, vergisst das oft. Arbeitnehmer beachten bitte immer die Einhaltung der Mittagspause und zusätzlich vereinbarte Bildschirmpausen. Wem sage ich das? Doch zu gern werden Ruhephasen ignoriert, wenn man nicht gesehen wird.

5. Wie im Büro schaffe dir Glücksmomente: Umgebe dich mit positiven Erinnerungen. Ein digitales Fotoalbum auf dem Schreibtisch hilft genauso gut wie ein (dreckiger) Witz, den du zwischendurch liest.

6. Ja, trete mit Kollegen in Kontakt. Bleibe stetig im Austausch. Das hat den Effekt, nicht an Sozialarmut zu verenden. Nimm das gute, alte Telefon oder dein neues, geiles Smartphone oder benutze eben halt Skype mit sämtlichen Kollegen auf einen Blick (Huch, wer ist denn da nicht online?)

7. Verstecke dich nicht hinter deinem Laptop, sondern setze dich in Szene. Aber nicht dramatisch und gekünstelt. Sei die Person, die du auch im Büro immer gewesen bist. Hmh, also doch die Drama-Queen? Bleibe dir treu. Okay, das hatten wir bereits in Kapitel 1: Bin ich vielleicht doch eine andere Person hier auf der Insel? Im Büro die Extrovertierte, im HO plötzlich die Einsiedlerin? Bestimmt gibt es im Internet einschlägige Quicktests, um das herauszufinden.

8. Aktiviere dein Belohnungssystem! Während der Arbeitszeit und erst recht nach einem ereignisreichen, fremdgesteuerten Arbeitstag und ganz bestimmt, sofern dieser aus deiner Sicht völlig misslungen scheint. Aber gebe acht: Schokolade ist nicht die Lösung im bewegungsarmen Home Office! Hastige 33-Gramm-Vollmilch-Bisse können einen miesen Tag nicht retten! Belohnungen ganz anderer Art sind ebenso nützlich und Balsam für die Seele: Ein Wellness-Erlebnis in der eigenen oder in einer anderen Badewanne! So what! Hast du ein Etappenziel in einem wichtigen Projekt fristgerecht erreicht oder deine „Best Daily Productivity“ törnt dich ziemlich an, dann tanze vor Freude und feiere dich. Mit einem Glas Aperol meinetwegen! Gehe zum nächsten Spiegel und proste dir zu! Lächle!

9. Den Teufel namens Schlendrian in Schach halten! Wer feststellt, mittags noch im Schlafdress zu stecken, benötigt dringend Nachhilfe von Engel „Selbstdisziplin“. Online-Kurse und Coachings sind fast ausgebucht! Also ran, bevor die Wäsche nur noch am Wochenende gewechselt wird.

10. Motivation kann auch durch kurze Bewegungseinheiten (inflationär auf YouTube zu finden) gesteigert werden und den eigenen Antrieb auf Zack halten! Oder: Ganz trendy hulahoopen! Immer kreiseln, wenn das Kundengespräch beschissen lief. Immer kreiseln, wenn der Call besonders gut verlief. I like to move, move ist!

Geheimtipp zum Schluss: An Tagen maximaler Demotivation spreche mit dir selbst, falls du einen guten Gesprächspartner brauchst. Du wirst erstaunt sein, was er dir zu sagen hat und wirst womöglich erfahren, was du alles bisher im Leben (Arbeitsleben) erreicht hast! Er ist ein guter Zuhörer und lässt dich ausreden. Versprochen! Er textet dich nicht zu mit „Dankbarkeitstagebüchern“ und „Achtsamkeitsgesabbel“. Sondern er (oder sie) rät dir klipp und klar: Zieh dir die Basics von „Der Teufel trägt Prada“ rein und fühle dich wie Chefhoheit Miranda oder noch krasser: „The Expendables 1-3“. Hat die gleiche heilsame Wirkung wie ein Bullet Journal führen.

Na klar, es ist nicht verkehrt, aber du musst nicht extra ein stylisches, vorgedrucktes Hardcover-Journal für 25 Euro kaufen, um Klarheit zu gewinnen. Normalo DinA4-Hefte tun´s alle mal. Du kannst ja schließlich ein Lineal und ein paar bunte Stifte für einen emotionalen Neustart benutzen?

Fortsetzung folgt//Frau Buecken

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